Der Neumarkter Unternehmerstammtisch Nachhaltigkeit informiert sich bei einer Führung im Deusmauer Moor über die Bedeutung der Moore für den Arten- und Klimaschutz
Juli 2024
Beim Sommertreffen des Neumarkter Unternehmerstammtisches Nachhaltigkeit, organisiert von der Neumarkter Lammsbräu und vom Landschaftspflegeverband Neumarkt, ging es diesmal raus in die Natur. Das Deusmauer Moor kennenzulernen, stand schon länger auf der Wunschliste, gehört es doch zu den bedeutendsten Moorgebieten Nordbayerns. Und so machten sich 18 Teilnehmende bei einer Führung mit Katrin Mayer und Agnes Hofmann vom Landschaftspflegeverband auf den Weg, das Deusmauer Moor hautnah zu erleben.
Die Exkursion führte zu ausgewählten Landschaftspflegeflächen, die jährlich gemäht werden, um die herausragende Pflanzenwelt zu erhalten und zu fördern. Ohne Pflegemahd würde das Schilf rasch die Flächen erobern – viele konkurrenzschwache Arten würden verschwinden. Die Landschaftspflegemahd ersetzt hier die früher noch praktizierte Streuwiesenmahd der Landwirte. Und so können Raritäten wie das Sumpf-Herzblatt, das Fleischfarbene Knabenkraut, die Sumpf-Stendelwurz oder die Schlammsegge weiterhin hier wachsen.
Auch für die Bekassine, ein in Bayern vom Aussterben bedrohter Schnepfenvogel, ist es wichtig, dass Teilbereiche im Moor über Mahd offen gehalten werden. Dort kann er mit seinem langen Schnabel nach Nahrung suchen. Das Deusmauer Moor beherbergt sehr bedeutsame Vorkommen dieses extrem gefährdeten Brutvogels. Per Tonaufnahme konnte dem meckernden Geräusch der Bekassine gelauscht werden. Katrin Mayer erläuterte dabei, dass diese ungewöhnlichen Laute beim Balzflug entstehen, wenn beim Sturzflug der Wind durch die abgespreizten Schwanzfedern rauscht. Somit erklärt sich auch, warum die Bekassine auch Himmelsziege genannt wird. Als weitere wichtige Lebensräume im Deusmauer Moor lernten die Teilnehmenden den Bruchwald an der Schwarzen Laber sowie ausgedehnte Schilfflächen kennen.
In der Nähe der Schwarzen Laber, die das Deusmauer Moor durchfließt, wurde durch Boden-gutachten eine Moormächtigkeit von bis zu 7m festgestellt. Wenn man bedenkt, dass in einem intakten Moor die Moor-Torfschicht nur um ca. 1 mm pro Jahr wächst, wird bewusst, in wie unglaublich langer Zeit sich dieses Moor aufgebaut hat.
Neben dem Arten- und Biotopschutz erfüllt das Deusmauer Moor eine sehr wichtige Funktion für den Wasserrückhalt, was bei den letzten Starkregenereignissen gut zu beobachten war. Zudem leisten Moore einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz, indem Kohlenstoff, der sich in den abgestorbenen Pflanzen befindet, dauerhaft im Moorboden gespeichert wird. Wird ein Moor entwässert, z.B. für landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Nutzung oder zur Gewinnung von Torf, so wird der gespeicherte Kohlenstoff frei und verbindet sich in der Luft mit Sauerstoff zum klimabelastenden Kohenstoffdioxid.
Mit dem Appell, beim Kauf von Pflanzerde auf torffreie Produkte zu setzen, endete die Naturführung am Deusmauer Moor. Alle waren sich einig, viel Neues, eingebettet in einer spannenden Naturführung, kennengelernt zu haben.
Der Neumarkter Unternehmerstammtisch Nachhaltigkeit bei der Exkursion im Deusmauer Moor.
(Fotos: Lukas Prüfling)
Pressekontakt:
Agnes Hofmann
Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d.OPf. e.V.
Nürnberger Str. 1, 92318 Neumarkt, Tel. 09181/ 470‑1383
Simone Spangler
Neumarkter Lammsbräu
Amberger Str. 1, 92318 Neumarkt, Tel. 09181/ 404–77

