Der Neumarkter Unternehmerstammtisch Nachhaltigkeit
informiert sich zum Streuobstpakt Bayern
Oktober 2023
Rheinischer Winterrambur, Geheimrat Dr. Oldenburg, Champagner-Renette, Wettringer Taubenapfel oder Berner Rosenapfel – die Vielfalt unserer heimischen Apfelsorten sorgte für eine fruchtige Geschmacksexplosion beim Herbsttreffen des Neumarkter Unternehmerstammtischs am Umweltbildungszentrum HAUS AM HABSBERG. Dabei zeigte sich, wie verschieden die Geschmäcker sind – ein Plädoyer dafür, unsere einmalige Sortenvielfalt unbedingt zu erhalten.
Das Thema Streuobst in all seinen Facetten stand im Mittelpunkt des von der Neumarkter Lammsbräu und vom Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d.OPf. e.V. organisierten Treffens. Werner Thumann und Agnes Hofmann vom Landschaftspflegeverband Neumarkt informierten über verschiedene Streuobstprojekte des Verbands, von der Pflanzung, über die Pflege bis hin zur Verwertung beispielsweise als Juradistl-Apfelschorle. Streuobstbestände sind von höchster Bedeutung für die Kulturlandschaft und für die Biodiversität, und sie liefern nachhaltig gesundes Obst und gesunde Obst-Produkte. Dieser enorm hohe Wert wird auch dadurch unterstrichen, dass die UNESCO den Streuobstanbau in Deutschland als Immaterielles Kulturerbe aufgenommen hat. Mit über 2.000 Obstsorten gibt es auf den Streuobstwiesen eine einzigartige genetische Vielfalt, die es unbedingt zu erhalten gilt. Mit der Unterzeichnung des Bayerischen Streuobstpakts im Herbst 2021 ruft die Bayerische Staatsregierung alle gesellschaftlichen Gruppen auf, die Streuobstbestände zu erhalten und zu mehren. Hier kommen nun die Unternehmen ins Spiel, die z.B. als Flächeneigentümer, als Arbeitgeber oder als Verbraucher etwas für den Erhalt oder die Neuanlage von Streuobstbeständen tun können.
Für die Neuanlage und Pflege von Streuobstbeständen gibt es mittlerweile gute Fördermöglichkeiten, sowohl auf öffentlichen als auch auf privaten Flächen. Dazu wurden einige Umsetzungsmaßnahmen des Landschaftspflegeverbands vorgestellt. Hier kann der Landschaftspflegeverband auch Unternehmen beraten. Beim Landschaftspflegeverband sowie Kreisverband für Gartenbau und Landespflege gibt es für die richtige Sortenauswahl eine Obst-Sortenliste mit Empfehlungen für die freie Landschaft sowie für den Hausgarten. Insbesondere für die freie Landschaft kommen robuste, altbewährte Sorten zum Einsatz. Hier setzt man auf Sortenvielfalt statt nur auf einige wenige Sorten.
Sind die Bäume mal gepflanzt, steht als nächste Herausforderung die richtige Pflege, insbesondere der Obstbaumschnitt, an. Dies ist relevant für die Unternehmen, die Obstbäume z.B. im Rahmen vonAusgleichsmaßnahmen gepflanzt haben.
Hier bietet der Landschaftspflegeverband zusammen mit dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege regelmäßig Schnittkurse an. Seit diesem Jahr wird auf Oberpfalzebene die Ausbildung zum Zertifizierten Obstbaumpfleger durchgeführt.
Und natürlich muss das gesunde, wohlschmeckende Obst dann auch seine Abnehmer finden. Seit über 25 Jahren gibt es dazu die Obstbörse, die jährlich im Oktober vor dem Landratsamt stattfindet und den Obstbaumbesitzern die Möglichkeit gibt, ihr ungespritztes Obst anzubieten. Eine sehr gute Verwertungsmöglichkeit für Streuobst ist die Herstellung von Apfelsaft. Hier hat der Landschaftspflegeverband Neumarkt die Juradistl-Apfelsaftschorle zusammen mit der Kelterei Nagler in einem Gemeinschaftsprojekt mit den angrenzenden Verbänden aus Amberg-Sulzbach, Regensburg und Schwandorf auf den Markt gebracht. Mit dem Genuss der Juradistl-Apfelschorle, z.B. auch als Tagungsgetränk in den Firmen, trägt man direkt zum Erhalt der Streuobstwiesen in unserer Region bei.
Der Neumarkter Unternehmerstammtisch Nachhaltigkeit bei der Exkursion im Deusmauer Moor.
(Fotos: Lukas Prüfling, Plakat: Neve Design)
Pressekontakt:
Agnes Hofmann
Landschaftspflegeverband Neumarkt i.d.OPf. e.V.
Nürnberger Str. 1, 92318 Neumarkt, Tel. 09181/ 470‑1383
Simone Spangler
Neumarkter Lammsbräu
Amberger Str. 1, 92318 Neumarkt, Tel. 09181/ 404–77

